Technische Angaben / Inhaltliche Merkmale
Haupttitel Arno Breker 
Weitere Titel Metropolis 
Produktionsland Deutschland alle Datensätze  
Produktionsjahr 2006 alle Datensätze 
Laufzeit (min)
Sprache deutsch, französisch 
Bemerkung u. U. derselbe Beitrag in "Kulturjournal", NDR, 24.07.2006 
Genre Magazinbeitrag alle Datensätze  
Inhalt 61 Jahre nach dem 2. Weltkrieg werden seine Skulpturen in Schwerin erstmals in einem öffentlichen Museum gezeigt. Ausgegraben aus Privatbesitzen und Depots, die Werke eines Künstlers, der dem monströsen Menschenbild Hitlers Gestalt gegeben hat und dafür vom ihm reich entlohnt wurde. Schon vor der Eröffnung der Ausstellung wurde heftig diskutiert, ob man Breker überhaupt zeigen darf. "Breker war einer der größten Profiteure eines verbrecherischen Systems. Da führt kein Weg drum herum. Und wer meint, das heute wieder ans Licht ziehen zu müssen, der ist entweder naiv oder er hat ganz anderes im Sinn.“ empört sich Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste. Dagegen sagt der Kurator der Austellung, Rudolf Conrades: "Das verstehe ich immer noch nicht ganz. Was so brisant an ihm sein sollte, so gefährlich. Wo man doch von der Nazizeit alle Verbrecher und Verbrechen in extenso zeigt. Was ja richtig ist und was auch gut ist. Ich denke aber auch, dass die Kunstgeschichte auch diesen Teils – ob sie gut ist, ob sie schlecht ist, aber das sie einfach in die Geschichte gehört.“ Gerade ist die Ausstellung im Schleswig-Holstein Haus in Schwerin eröffnet worden. 70 Originalskulpturen, darunter frühe Werke, auch im expressionistischen Stil – unter Rodins Einfluss in Paris entstanden. Man sieht, dass Breker ein guter Handwerker war. Die Ausstellung zeigt Brekers Wandlung vom Nachahmer antiker Figuren zum Staatsbildhauer Nr. 1 des Nationalsozialistischen Regimes. Breker hatte viele Jahre in Paris gelebt und gearbeitet. Gemeinsam mit Albert Speer führte er Hitler als Kenner durch die besetzte Stadt. Seine monumentalen Plastiken sehen nun so aus, wie Hitler sich den neuen Menschen wünscht: gestählte Körper, zum Kampf bereit und siegesgewiss. Um diese riesigen, manchmal 30 Meter hohen Figuren fertigen zu können, werden in den Steinbildhauerstätten Arno Breker GmbH Zwangsarbeiter auf Staatskosten beschäftigt. Nach Ansicht von Klaus Staeck, hat er sich " zum Handlanger von Verbrechern gemacht und hat wunderbar damit gelebt und sein Künstlertum im Exzess ausgelebt. Er ist verantwortlich und hat sich schuldig gemacht." Arno Breker hat später nie bereut, die Übermenschenphantasien Hitlers in Stein gehauen zu haben. Vorwürfe, dass er sich mit dem Nationalsozialismus eingelassen hat, wies er zeitlebens zurück. Breker wurde als „Mitläufer“ entnazifiziert. Auch wenn er nicht ausstellen durfte, war seine Auftragslage gut! Konrad Adenauer und Dali z.B. fanden nichts dabei, sich von Breker modellieren zu lassen. Der Künstler steht angeblich über den Dingen. Zu welchem Zweck werden die Werke dieses Uneinsichtigen nun erstmals wieder gezeigt? Um ein Tabu zu brechen und eine ernsthafte Beschäftigung zu beginnen, sagt der Kurator. Nazikunst wird so wieder salonfähig gemacht, sagen die Kritiker. Dass die Ausstellung auch Neonazis und NPD-Wähler anziehen wird, ist absehbar. Arno Breker war ein begabter Auftragskünstler ein Karrierist– ein Chamäleon, wie manche sagen. Ein kreativer Künstler war er nicht! Und so ist dies auch keine Kunstausstellung, aber womöglich der Beginn einer kritischen Auseinandersetzung. 
Namen Arno Breker, Klaus Staeck, Rudolf Conrades alle Datensätze Künstler-Datenbank  
Stichworte Nationalsozialismus 

Verantwortliche / Mitwirkende
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Sendedaten
Fernsehanstalt 1,
Sendedatum
ARTE  05.08.2006 

Kontaktadressen
Name Arte Deutschland TV GmbH 
Straße, Nr./Postfach Schützenstr. 1 
PLZ 76483 
Stadt Baden-Baden 
Land Deutschland 
Telefon +49-(0)7221-936 90 
Fax +49-(0)7221-93 69 70 
Internet www.arte.de 
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